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Chronik …

Urheber und Gründer des Tambourcorps von 1931
war Heinrich Kreuter, Batalliöner und Ausbilder des vorhergehenden Tambourcorps und Regimentskönig von 1929. Den Hintergrund dieser Neugründung kennen wir nicht genau, aber in den Analen der Bruderschaft ist auf der Erweiterten Vorstandssitzung vom 30.10.1931 nachzulesen: „Schließlich wurde aus der Versammlung heraus noch die Frage der Fortführung des Tambourcorps angeschnitten. Man war allgemein der Ansicht, daß das Tambourcorps in seiner jetzigen Form nicht weiter bestehen könne. Nach längerer Aussprache wurde angeregt, der Generalversammlung die Auflösung des Tambourcorps vorzuschlagen.“ Auf der Generalversammlung vom 28.8.1932 heißt es dann: „Bezüglich des Tambourcorps wurde beschlossen, das alte Tambourcorps für die Festtage zu verpflichten, jedoch ohne jegliche Entschädigung. Gleichzeitig wurde der Beschluß gefaßt, daß für die Folge jedes Mitglied des Tambourcorps einen Jahresbeitrag von 4,– RM an die Bruderschaft abzuführen hat. Das Jugendtambourcorps soll als 2. Corps, jedoch nur in den Festzügen Verwendung finden.“

Eine Erklärung finden wir vielleicht darin, daß sich das alte Corps zu fürstlich entlohnen ließ und dieses der Bruderschaftskasse nicht mehr zuträglich war. Denn für das Jahr 1931 hatte man schon einen Defizit von 300,– bis 350,– RM errechnet. Als Gegenmaßnahme sollte der Fackelzug am Samstag und der Festzug am Montag ausfallen, Wagen und Pagen sollten nicht gestellt werden, der Festzug am Sonntag nur mit einer Kapelle ziehen, im Zelt wurden statt sieben nur fünf Musiker gestellt und das Königsgeld wurde von 300,– auf 250,– RM herabgesetzt. Es mag gewesen sein wie es wolle, jedenfalls gründete Heinrich Kreuter das Tambourkorps 1931 mit elf jungen Kameraden, die auch von ihm ausgebildet wurden.

Seinen ersten offiziellen Auftritt hatte das Corps am 26.6.32, anläßlich des 55. Geburtstages von Lehrer Matthias Kapell. Tambourmajor war in den ersten Jahren Heinrich Kreuter, dann wurde das Amt von Herbert Ernst übernommen und im letzten Vorkriegsjahr von Heinz Schröder ausgeübt. Von 1948 bis 1986 hat dann Theo Schier als Bataillöner das Corps geführt. Ihm stand für alle nicht musikalischen und gesellschaftlichen Belange Heinz Schröder als Vorsitzender zur Seite. Beide vertraten das Corps auf den Erweiterten Vorstandssitzungen, und Heinz Schröder ist es zu verdanken, daß das Tambourcorps gegenüber der Bruderschaft beitragsfrei blieb. Darüber hinaus brachte er es fertig, jährlich einen Zuschuß für die Ergänzung und Instandhaltung der Instrumente aus der Regimentskasse zu erlangen. In der Bruderschaftschronik wurde dieses jeweils mit dem Satz: „Wegen tadelloser Führung bei den Schützenfesten“ abgesegnet.

Auch die enge Verbindung zum „TC Frohsinn“ aus Flehe wurde von Theo Schier und Heinz Schröder geschaffen. Die Corps spielten gegenseitig auf ihren Schützenfesten für ganz kleines Geld, um die Regimentskassen nicht unnötig zu belasten. Dieses hat sich bis in die heutige Zeit fortgesetzt und bleibt hoffentlich erhalten. Das Corps war allzeit ein lustiger Haufen, der nicht nur als Tambourcorps, sondern nach dem Kriege auch als Fanfarencorps aufspielte. Leider mußte die Bläserabteilung nach Ableben einiger Kameraden geschlossen werden. Man feierte 1971 das 40 jährige und 1981 das 50 jährige Jubiläum. 1985 stellte das Corps dann seine musikalische Tätigkeit aus Altersgründen ein. Wie schon gesagt, man war ein lustiger Verein der viel Spaß an der Musik hatte, aber noch mehr an der Geselligkeit. Zum Schützenfest immer pünktlich zur Stelle, bei allen Festen mit dabei und wenn es nichts zu feiern gab, hat man selbst etwas ins Leben gerufen. Unzählige Ausflüge und Touren wurden gemacht, hunderte von Geburtstagen und Namenstagen gefeiert.

Aber von all‘ diesen Geschehnissen gibt es nur Fotos. Schriftliche Aufzeichnungen und Berichte sind leider nicht vorhanden. Man hat eben gelebt, so gut und so schön wie es eben ging. Wer hätte da noch Lust gehabt etwas aufzuzeichnen, wo das tägliche Leben schon hart genug war ? So wollen wir uns an den Bildern erfreuen die uns geblieben sind, denn auf diesen kommt die pure Lebensfreude des Corps zum Ausdruck.

Nachdem 1985 das Tambourcorps 1931 seine musikalischen Aktivitäten eingestellt hatte, stellte sich in dem darauf folgenden Jahr die Frage: „Wie geht es weiter?“ Sollte die Kompanie aufgelöst werden und die verbliebenen Mitglieder sich anderen Kompanien der Bruderschaft anschließen?

Am 02.04.1986 setzen sich die ehemaligen 13 Spielleute, die neben den noch lebenden Gründungsmitgliedern zum größten Teil seit 1948 dem Tambourcorps angehörten, zusammen und beschlossen, eine neue Kompanie zu gründen. Ein Name war auch schnell gefunden: „Reserve 31“. Bereits bei der Gründungsversammlung konnten 3 neue Mitglieder begrüßt und aufgenommen werden, die jetzt ohne musikalische Vorbildung der Kompanie beitreten konnten.

Der erste gewählte Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

– 1. Hauptmann Willi Conen,
– 2. Hauptmann Hans Stoffels,
– Kassierer Peter Hecker,
– Schriftführer Peter Hecker,
– Schiessmeister Theo Reingen,
– Spiess  Jonny Tesch.

Über die Anschaffung einer neuen „Reserve-Uniform“ war man sich ebenfalls einig. Nur die Form, Farbe und Hut sollten beim Ausstatter entschieden werden. Beim Schützenfest 1986 erschienen die Mitglieder der Reserve 31 in taubenblauer Jacke, mittelgrauer Hose, sowie hellgrauem Hut mit dunkelgrauem Band und 3 bis 4 blauen Federn.

Ende 1988 wurde die Anschaffung einer Kompaniefahne beschlossen. Der Schriftführer Peter Hecker holte hierfür Angebote ein und nach einigen Aus- und Absprachen wurde 1990 die Fahne in Auftrag gegeben. Zum 60 jährigen Stiftungsfest ist sie am 13.10.1991 im Anschluss an die Pfarrprozession geweiht worden.0Auf der Vorderseite ist der hl. Christopherus mit dem Jesuskind auf der Schulter zu sehen. Die Rückseite erinnert mit zwei Trommeln, dem Tambourstab und dem Spruch, „Am guten Alten, in Treue halten“, an das alte Corps. Gemäß diesem Wahlspruch wird die Tradition des ehemaligen Tambourcorps fortgeführt. Die Kompanie, die z. Z. 20 Mitglieder hat, wird bis heute fast vom gleichen Vorstand geführt. Nur die Posten der verstorbenen Kameraden Peter Hecker und Hans Stoffel mußten neu besetzt werden. Ob zum Fackelzug oder für die Aufführung am Dienstagmorgen beim Schützenfest, werden die Themen gemeinsam erarbeitet und, wie die letzten Jahre gezeigt haben, erfolgreich umgesetzt.

2001 feierte das ehemalige Tambourcorps, jetzt Reserve 31, nach der Prozession am 14. Oktober sein 70 jähriges Bestehen. Viele neue Mitglieder sind der Kompanie beigetreten, doch der Geist des alten Corps und der Zusammenhalt sind immer noch vorhanden. Die Reserve 31 ist eine Kompanie die Geselligkeit über alles schätzt und fast über alle Dinge lachen kann. Wir freuen uns auf jedes neue Mitglied und haben selbst Platz für diejenigen, die keine grüne Uniform tragen wollen oder nicht auf dem Pferd sitzen möchten. Es stehen aber auch Kutschenplätze zur Verfügung.